Der Pyrenäenfrieden von 1659
Der Pyrenäenfrieden vom 7. November 1659 markiert das Ende des französisch-spanischen Krieges (1635-1659). Er besteht aus einem Vertrag, der von den beiden führenden europäischen Großmächten auf der Île des Faissans (Fasaneninsel) geschlossen wurde. Obwohl er nicht das Ende aller Kampfhandlungen brachte, kann er als Epochenwende betrachtet wenden. Denn durch die Bestimmungen des Vertrages wurde die habsburgisch-spanische Vormachtstellung in Europa beendet und der Weg für die Hegemonie Frankreichs in Politik und Kultur geebnet. Zugleich begann mit dem Vertragsschluss aber auch der Kampf um die Neuordnung Europas. Da der Pyrenäenfrieden keine dauerhafte Befriedung brachte, blieb er im öffentlichen Bewusstsein nicht positiv präsent. Faktisch regelte der Vertrag unter anderem, dass Spanien Teile Flanderns und des Roussillon an Frankreich abtreten musste. Außerdem wurde der französische König Ludwig XIV. mit der spanischen Infantin Maria Teresia verheiratet. Von dieser Ehe leitete Frankreich später Ansprüche seines Sohnes auf die spanische Thronfolge ab, was 1701 zum Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges führte.
Literatur
| Duchhardt, Heinz: Balance of Power und Pentarchie 1700-1785 (= Handbuch der Geschichte der internationalen Beziehungen. Bd. 4). Paderborn 1997. |
| Tischer, Anuschka: Der französisch-spanische Krieg 1635-1659. Die Wiederentdeckung eines Wendepunkts in der europäischen Geschichte. In: Heinz Duchhardt (Hg.): Der Pyrenäenfriede 1659. Vorgeschichte, Widerhall, Rezeptionsgeschichte. Göttingen 2010, S. 5-22. |
Weiterführende Links: Institut für Europäische Geschichte, Mainz: Digitalisat und Transkription des Vertrags
Zitation:
LENZEN, Gwendolyn: Pyrenäenfriede. In: PaderQuellen – Paderborner Forum Geschichtsunterricht (Stand12.11.2012), online unter: <<http://www.paderquellen.de/texte/der-pyrenaeenfriede/>http://www.paderquellen.de/texte/der-pyrenaeenfriede/>.
